GESUNDHEIT

Linkshänder vs. Rechtshänder: Die Vorteile, die Sie überraschen werden

Neurowissenschaftliche Erkenntnisse über Gehirnleistung, Kreativität und Alltag

Warum Linkshänder einen Vorteil haben

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Linkshänder oft als besonders kreativ oder „anders“ gelten? Dass sie in vielen Bereichen einen echten Vorteil haben, ist kein Mythos, sondern wird durch moderne Forschung bestätigt. Ob im Gehirn, im Alltag oder beim Sport – Linkshänder bringen Fähigkeiten mit, die Rechtshänder in dieser Form meist nicht haben. In diesem Artikel erfahren Sie, warum das so ist, wie sich dieser Vorteil zeigt und was Rechtshänder daraus lernen können.


Was bedeutet eigentlich Linkshändigkeit?

Linkshändigkeit ist mehr als nur die Gewohnheit, die linke Hand zu bevorzugen. Es handelt sich um eine natürliche Variante der Händigkeit, bei der die linke Hand dominant bei feinmotorischen Aufgaben ist, wie Schreiben, Essen oder Werfen. Weltweit sind rund 10 bis 12 Prozent der Menschen Linkshänder.

Diese Händigkeit ist eng mit der Organisation des Gehirns verbunden. Grundsätzlich steuert die rechte Gehirnhälfte die linke Körperseite und umgekehrt. Bei Linkshändern ist das oft etwas anders organisiert – oder zumindest anders vernetzt. Dabei entstehen spannende Unterschiede in der Gehirnstruktur und -funktion, die sich auch im Verhalten und der Leistungsfähigkeit zeigen.


Gehirnvernetzung: Der Schlüssel zum Vorteil der Linkshänder

Eine der zentralen Erkenntnisse der Neurowissenschaft ist, dass Linkshänder eine oft dichtere oder effizientere Vernetzung zwischen den beiden Hirnhälften haben. Das Corpus callosum, die Brücke zwischen rechter und linker Gehirnhälfte, spielt hier eine entscheidende Rolle. Studien zeigen, dass diese Verbindung bei Linkshändern oft dicker oder aktiver ist als bei Rechtshändern.

Was bedeutet das konkret? Das Gehirn kann Informationen zwischen den beiden Hälften schneller austauschen. So lassen sich analytische Fähigkeiten und kreatives Denken besser kombinieren – genau das, was viele Linkshänder auszeichnet.


Kreativität und Problemlösung: Ein echtes Plus für Linkshänder

Wer kreativ arbeitet, braucht flexible Denkweisen. Linkshänder sind hier oft klar im Vorteil. Weil sie die Fähigkeiten beider Gehirnhälften leichter verknüpfen, können sie neue Verbindungen herstellen und unkonventionelle Lösungen finden.

Beispielsweise zeigen mehrere Studien, dass Linkshänder im Umgang mit komplexen Problemen oft besser abschneiden. Sie scheinen nicht so sehr in Routine- oder Gewohnheitsmustern gefangen zu sein. So fällt es ihnen leichter, kreative Ideen zu entwickeln oder abstrakte Probleme zu durchdenken.


Sportliche Vorteile durch Linkshändigkeit

Nicht nur im Kopf, auch im Körper bringen Linkshänder oft einen Vorteil mit. Gerade in Sportarten wie Tennis, Fechten oder Boxen sind Linkshänder besonders schwer zu schlagen. Warum? Weil die meisten Trainingspartner Rechtshänder sind und deshalb weniger Erfahrung haben, mit linkshändigen Gegnern umzugehen.

Der Überraschungseffekt entsteht durch die untypische Bewegungsrichtung, die Linkshänder nutzen. Dadurch werden Reaktionszeiten der Gegner herausgefordert, was Linkshändern einen kleinen, aber wichtigen Vorsprung verschafft.


Herausforderungen für Linkshänder im Alltag

Natürlich hat nicht alles an Linkshändigkeit nur Vorteile. Der Alltag ist häufig auf Rechtshänder ausgelegt: Scheren, Computer-Mäuse, Schreibhefte oder Werkzeug sind oft nicht ergonomisch für Linkshänder gestaltet. Das führt zu kleineren Frustrationen oder körperlichen Belastungen.

Auch kulturelle Vorurteile oder alte Annahmen können Linkshändern das Leben schwer machen. Zum Glück hat sich das Bewusstsein in den letzten Jahrzehnten stark verbessert. Heute werden linkshändige Kinder viel besser unterstützt, und viele Hersteller bieten speziell angepasste Produkte an.


Was Rechtshänder von Linkshändern lernen können

Auch wenn Sie Rechtshänder sind, können Sie von den Vorteilen der Linkshändigkeit profitieren. Ein wichtiger Schritt ist, die nicht-dominante Hand öfter zu trainieren. Denn durch die Stärkung der Kommunikation zwischen beiden Gehirnhälften lässt sich die geistige Flexibilität verbessern.

Einfache Übungen wie Zähneputzen, Schreiben oder Greifen mit der linken Hand fördern die Hirnaktivität. Wer beide Hände nutzt, trainiert nicht nur die Feinmotorik, sondern auch das Gehirn. Das führt nachweislich zu besserer Konzentration, schnelleren Reaktionen und gesteigerter Kreativität.


Praktische Übungen für mehr Gehirnflexibilität

  • Schreiben mit der anderen Hand: Nehmen Sie sich jeden Tag ein paar Minuten Zeit, um Buchstaben oder einfache Wörter mit der nicht-dominanten Hand zu schreiben. Das fordert das Gehirn und verbessert die Koordination.
  • Zahnputz- oder Essgewohnheiten umstellen: Versuchen Sie, alltägliche Aktivitäten wie Zähneputzen oder Essen mit der anderen Hand auszuführen. Kleine Umstellungen stärken die neuronalen Verbindungen.
  • ** beidhändiges Musizieren oder Malen:** Spielen Sie ein Instrument, das beide Hände erfordert, oder probieren Sie aus, mit beiden Händen zu zeichnen. Das fördert die Zusammenarbeit der Hirnhälften.

Fazit: Linkshändigkeit ist mehr als nur eine Besonderheit

Linkshänder bringen durch ihre besondere Gehirnstruktur und -funktion klare Vorteile mit sich – sei es bei kreativen Aufgaben, komplexen Denkprozessen oder im Sport. Diese Vorteile entstehen vor allem durch die bessere Vernetzung beider Gehirnhälften, die kreative und analytische Fähigkeiten kombiniert.

Auch Rechtshänder können von diesen Vorteilen profitieren, indem sie ihre nicht-dominante Hand trainieren und so ihre Gehirnleistung verbessern. In einer Welt, die immer flexibleres Denken verlangt, ist das ein wertvoller Ansatz.


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