GESUNDHEIT

Meningokokken-Impfung im Jugendalter: Warum ist sie so wichtig

Einleitung: „Das passiert doch nur bei Babys, oder?“

Viele denken bei Meningokokken zuerst an Kleinkinder. Verständlich – denn bei Babys steht die Impfung gegen Meningokokken C längst im Impfkalender. Doch wussten Sie, dass es einen zweiten Risikogipfel gibt? Und zwar in der Jugendphase, zwischen 14 und 19 Jahren. Genau hier wird es für Jugendliche und junge Erwachsene besonders wichtig, sich gezielt schützen zu lassen.

Was genau steckt dahinter – und warum sollten Eltern und Teenager das Thema nicht auf die lange Bank schieben? Hier finden Sie die wichtigsten Antworten.


Was sind Meningokokken überhaupt?

Meningokokken sind Bakterien, die schwerwiegende Erkrankungen wie Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Blutvergiftung (Sepsis) auslösen können. Die Übertragung erfolgt über Tröpfcheninfektion – also z. B. beim Küssen, Husten oder Teilen von Trinkflaschen.

Besonders heimtückisch: Die Symptome ähneln anfangs oft einer Grippe – Fieber, Gliederschmerzen, Müdigkeit – verschlechtern sich aber rasend schnell. Innerhalb weniger Stunden kann es zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen.


Warum Jugendliche besonders gefährdet sind

Jugendliche und junge Erwachsene befinden sich in einer Lebensphase voller Nähe – sowohl emotional als auch körperlich. Enge Freundschaften, das erste Verliebtsein, Sportvereine oder WG-Partys: All das erhöht die Ansteckungsgefahr.

Einige Faktoren, die das Risiko bei Jugendlichen erhöhen:

  • Hohe Mobilität: Austauschprogramme, Reisen, Festivals.
  • Wohngemeinschaften: Enge Lebensräume, wie sie in Internaten oder Studentenwohnheimen üblich sind.
  • Verändertes Immunsystem: In der Adoleszenz ist das Immunsystem oft noch nicht vollständig stabil.
  • Rauchen und Alkohol: Beides schwächt die Schleimhäute und macht anfälliger für Infektionen.

Welche Krankheiten verursachen Meningokokken?

Die beiden schwerwiegendsten Komplikationen sind:

  • Meningitis (Hirnhautentzündung)
    Symptome: Fieber, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit, Verwirrtheit.
  • Sepsis (Blutvergiftung)
    Symptome: Hohes Fieber, Schüttelfrost, blasse oder marmorierte Haut, Atemnot, Hautblutungen (Petechien).

Beide Krankheitsverläufe können binnen Stunden lebensbedrohlich werden. Selbst mit medizinischer Hilfe versterben 10–15 % der Betroffenen. Viele Überlebende tragen schwere Folgeschäden davon, etwa Amputationen, Hörverlust oder kognitive Einschränkungen.


Welche Impfstoffe gibt es?

Standardimpfung: Meningokokken C

Seit 2006 ist diese Impfung im Kleinkindalter Standard. Sie schützt allerdings nur gegen einen Teil der Meningokokken-Stämme.

Wichtige Zusatzimpfungen in der Jugend:

  • Meningokokken ACWY
    → Empfohlen für Jugendliche ab 14 Jahren – besonders vor Auslandsaufenthalten oder engem Zusammenleben (Internat, WG, Austauschprogramme)
    → Schutz gegen 4 häufige Serogruppen
  • Meningokokken B
    → Noch keine allgemeine STIKO-Empfehlung, aber wichtig bei erhöhtem Risiko oder in bestimmten Regionen

💡 Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Haus- oder Kinderarzt – viele Krankenkassen erstatten diese Impfungen bereits freiwillig.


Wichtig vor Reisen und Studium

In vielen Ländern ist die Impfung gegen Meningokokken ACWY Pflicht – z. B.:

  • Für Schüleraustausche in die USA
  • Bei Studienbeginn in England
  • Für Pilgerreisen (z. B. Hadsch nach Mekka)

→ Ein versäumter Impftermin kann hier sogar zur Ablehnung führen.


Impfen = Verantwortung für sich und andere

Jugendliche fühlen sich oft unverwundbar – und gerade deshalb ist Aufklärung so entscheidend. Die Impfung schützt nicht nur sie selbst, sondern auch ihr Umfeld:

  • Kleinere Geschwister
  • Immunschwache Personen in der Familie
  • Mitschüler und Mitbewohner

Interne Verlinkungen auf selbst-pflege.de

Diese Beiträge ergänzen das Thema Schutz, Verantwortung und Gesundheit ideal:


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Fazit: Frühe Prävention schützt Leben

Die Impfung gegen Meningokokken ist kein Kinderkram – sondern eine echte Schutzmaßnahme für Jugendliche, die mitten im Leben stehen. Sie bewahrt vor einer Krankheit, die oft zu spät erkannt wird und bleibende Schäden hinterlassen kann. Der kleine Pieks lohnt sich. Sprechen Sie jetzt mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Kinderarzt – oder erinnern Sie Ihre Teenager daran.